Wasserschloss an der Sösetalsperre wieder zu sehen

Druckausgleichsbehälter, auch Wasserschloss genannt, freigelegt

(harz-aktuell) Wer beim Wandern oder Spazieren gehen an der Sösetalsperre den Blick zur Seite in den Wald schweifen lässt, der entdeckt dort neuerdings ein Schloss – und zwar ein Wasserschloss.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein romantisches Märchenschloss aus dem Mittelalter, sondern um einen Druckausgleichsbehälter aus der Bauzeit der Sösetalsperre um 1930. Das Bauwerk ist jetzt nach Forstarbeiten wieder zu sehen und war ursprünglich gebaut worden, um mögliche Rückstöße in der Wasserleitung abzufedern. Man verhinderte so, dass durch defekte oder zu schnell geschlossene Armaturen Wasser mit hohen Druck Teile der Anlage oder die Leitung schädigte. Stattdessen wurde es ins Wasserschloss umgeleitet.

Mittlerweile ist das Wasserschloss mit seiner ausgleichenden Funktion aber nicht mehr notwendig. Durch den technischen Fortschritt wurden ab den 1980er-Jahren in der Wasserleitung moderne Armaturen verbaut, die sich bei Bedarf auch langsamer schließen lassen. Außerdem gibt es mittlerweile auch direkt im Wasserwerk einen Druckwindkessel mit einer ähnlichen Funktionsweise.

Aktuell nutzen die Harzwasserwerke das Wasserschloss als Schlamm- und Notfallspeicher. Besonders zu Hochwasserzeiten und auch an Feiertagen nimmt der anfallende Schlamm aus den Filterspülungen stark zu. Die Bezeichnung „Schloss“ für solche Druckausgleichsbehälter ist übrigens schon sehr alt und geht auf die Römer zurück, die ihre Wasserbauten „castello“ nannten.

Quelle: Harzwasserwerke vom 05.02.2021
Bildquelle: pixabay.com

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