Zusammenarbeit zwischen Tiergarten und Rotmilanzentrum trägt Früchte

Zusammenarbeit zwischen Tiergarten und Rotmilanzentrum trägt Früchte

(harz-aktuell) Die Zusammenarbeit zwischen Tiergarten und Rotmilanzentrum in Halberstadt trägt Früchte.

Arbeit des Tiergartens Halberstadt von großer Bedeutung für Wildtiere

Der Tiergarten Halberstadt ist neben einem attraktiven Ausflugsziel für Besucher auch eine wichtige Adresse für verletzte Wildtiere. Grundsätzlich werden hier alle verletzten Wildtiere aufgenommen, versorgt und gepflegt. Nach ihrer Genesung werden sie bestenfalls wieder in die Freiheit entlassen. Um diese wichtige Aufgabe für den Tier- und Artenschutz zu meistern und eine bessere Unterbringung für die Pfleglinge zur Verfügung zu haben, wurde 2016 das „Greifvogel-Hospital“ im Halberstädter Tiergarten in Betrieb genommen. Das „Greifvogel-Hospital“ ist eine große Voliere, die es den Vögeln erlaubt, nach der Pflege das Fliegen zu trainieren um auch in der Freiheit fit zu sein. Dieser wichtige Beitrag für den Tier- und Artenschutz konnte damals nur durch die umfangreiche Förderung der Rolf P.C. und Edith Maria Manteufel Stiftung, die sich insbesondere dem Tier- und Artenschutz widmet, umgesetzt werden.

Tiergarten übernimmt vor allem Pflege verletzter Rotmilane

Im Tiergarten in Halberstadt liegt ein besonderer Schwerpunkt in der Aufnahme und Pflege verletzter Rotmilane. Der Brutbestand dieser eleganten und für das Harzvorland charakteristischen Greifvogelart geht in Sachsen-Anhalt seit vielen Jahren zurück. Um die Ursachen für die Verletzungen besser zu dokumentieren und um wissenschaftliche Daten der verletzten Rotmilane zu erheben, wurde in den letzten Jahren eine enge Zusammenarbeit mit dem Rotmilanzentrum am Museum Heineanum in Halberstadt aufgebaut.

Rotmilanzentrum kümmert sich um wissenschaftliche Untersuchungen

Während der Tiergarten als anerkannte und offizielle Aufnahmestation für Wildtiere die tierpflegerischen Aufgaben übernimmt und die medizinische Versorgung organisiert, bündelt das Rotmilanzentrum alle wissenschaftlichen Daten zu diesen Tieren. Wichtig ist dies insbesondere um herauszufinden, woran Rotmilane sterben bzw. woran sie sich verletzen. Nur mit dieser Kenntnis ist es möglich, geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln und einen Beitrag zur Verbesserung des Bestandes zu erreichen. Solche Tiere, die gesund gepflegt und in die Freiheit entlassen werden können, werden vor der Auswilderung gewogen und vermessen. Außerdem bekommen sie zur individuellen Kennzeichnung einen kleinen Metallring an den Fuß. Dieser Ring ist eine Art Personalausweis für den Vogel. Sollte er erneut gefunden werden, so lässt sich seine Geschichte nachvollziehen. Anschließend erfolgt die Auswilderung an dem Ort, wo die verletzten Vögel gefunden worden sind. In jedem Jahr kann so in Halberstadt bis zu fünf Rotmilanen das Leben gerettet werden.

Um eine fach- und artgerechte Versorgung von verletzten Wildtieren sicherzustellen, möchten wir sie bitten, diese nur in den offiziell anerkannten Aufnahmestationen, wie dem Tiergarten Halberstadt, abzugeben. Ebenso können Fundtiere in jedem anderen Tiergarten oder Zoo in Sachsen-Anhalt abgegeben werden.

Text: Martin Kolbe/Rotmilanzentrum und Marina Breitschuh/Tiergarten Halberstadt.

Stadt Halberstadt
Holzmarkt 1
38820 Halberstadt
Tel.: +49 (0)3941 550
halberstadt@halberstadt.de
www.halberstadt.de

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Halberstadt vom 17. August 2018.
Bildquelle: Marina Breitschuh/Tiergarten Halberstadt