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Zulieferer für die Sprengstoff-Industrie: Die Wifo-Hoko-Anlage Sondershausen

  • Blick auf die Mischdüngerfebrik Sondershausen in der Nähe von Schacht I
    Blick auf die Mischdüngerfabrik Wintershall Sondershausen
(harz-aktuell) Die Geschichte der Wifo-Hoko-Anlage Sondershausen. Neben der Heeresmunitionsanstalt Sondershausen, die in großen Mengen Munition einlagerte und für den Versand an die Front bereit stellte, war auch die Wintershall AG in die Rüstungsproduktion eingebunden.

Brand der Mischdüngerfabrik der Wintershall AG am 8. Juli 1932

Die Fabrik befand sich in der Nähe von Schacht I des Kaliwerkes Glückauf-Sondershausen. Dort betrieb die Wintershall AG eine Mischdüngerfabrik, deren Lagerschuppen am 8. Juli 1932 in Brand geriet.

Wifo-Hoko-Anlage zur Herstellung von hochkonzentrierter Salpetersäure

Im November 1935 rückte der Betrieb in den Fokus der staatlichen Rüstungsplanung. Es kam die Idee auf, in Zusammenarbeit mit der vorhandenen Anlage ein Werk zur Herstellung von hochkonzentrierter Salpetersäure (Hoko) zu schaffen. 1936 erhielt die Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft (Wifo) den Auftrag, die mit Staatsmitteln zu errichtende und später von der Wintershall AG im Auftrag betriebene Fabrik zu planen. 1937 erwarb die Wifo das für die Erweiterung des Werkes erforderliche Grundstück und reichte noch im gleichen Jahr die erforderlichen Bauanträge ein. Ende September 1939 erteilte das Thüringische Wirtschaftsministerium die endgültige „Genehmigung zur Inbetriebnahme der dem Reich gehörenden H.K.-Anlage“.

Aufnahme der Produktion von Salpetersäure im November 1939

Anfang November 1939 nahm die H.K.-Anlage 504 in Sondershausen den Probebetrieb auf. Allerdings blieb der Ausstoß an hochkonzentrierter Salpetersäure bis April 1940 wegen unzureichender Dimensionierung der Verdampfer hinter den Erwartungen der Wehrmacht zurück. Außerdem wirkte sich negativ aus, dass die Wifo Teile ihrer Salpetersäureanlage auf dem Gelände der Mischdüngerfabrik errichtete. Dieses Mitbenutzungsrecht und die daraus resultierenden Abrechnungsfragen führten wiederholt zu Spannungen und Auseinandersetzungen. Die in Sondershausen hergestellte hochkonzentrierte Salpetersäure ging u. a. an die Sprengstoffwerke in Reinsdorf, Elsnig (beide Wasag), Hessisch-Lichtenau, Dömitz und Ueckermünde (alle drei Verwertchemie). Ende April 1940 beauftragte der Wehrwirtschaftsstab die Wifo mit der Erweiterung der Salpetersäurefabrik um eine zusätzliche Mischsäure-Anlage. Ungeachtet dessen stand Ende 1940 zur Diskussion, die Anlage der Wifo nach dem Probebetrieb für das ganze Jahr 1941 stillzulegen, doch hatte diese Entscheidung nur wenige Wochen Bestand. Bereits Mitte Januar 1941 stellte Direktor Prankel von der Wifo die Forderung auf, dass der Betrieb bis spätestens April 1941 wieder aufgenommen werden müsse. Später erweiterte die Wifo den Bestand um eine Ammoniakspeicheranlage mit einem Fassungsvermögen von 560 t (14 Kessel mit je 40 t Aufnahmekapazität). Im April 1944 beschäftigte die Wifo Sondershausen 40 deutsche Arbeitskräfte, 25 Ostarbeiter, fünf Franzosen, zwei Polen und einen Tschechen.

Auch Mischdüngerfabrik Sondershausen in die Rüstungsproduktion einbezogen

Aber nicht nur die Wifo, sondern auch die Mischdüngerfabrik der Wintershall AG war in die Rüstungsproduktion eingebunden und belieferte die Munitionsanstalten des Heeres und andere Rüstungsbetriebe mit Primär-Stickstoff als Vorprodukt für Sprengstoffe, Vernebelungsmasse und Kalisalpeter. Am 22. März 1943 beantragte die Zweigneiderlassung Sondershausen beim zuständigen Bergamt Weimar für die Unterbringung ihrer russischen Arbeitskräfte die Aufstellung von Ess- und Aufenthaltsräumen auf der Schachtanlage I und der Mischdüngerfabrik. Beide Betriebe setzten ihre Produktion bis Kriegsende fort. Danach besetzte eine russische Spezialeinheit die Werke, die sie demontierte und nach Russland abtransportierte. Am 5. August 1948 teilte der Treuhänder für die Wifo-Außenstelle Niedersachswerfen dem Finanzamt Sondershausen mit, dass er bei einer Besichtigung der Anlage festgestellt habe, „dass die vorhandenen Gebäude vom Russen restlos demontiert und vollständig ausgebaut“ worden seien und die vorhandenen Hallen nur noch zum Abbau der Brandsteine zu verwerten seien. Aus Mangel an Vermögenswerten habe sich daher die Erstellung einer Bilanz erübrigt.

Quelle und Bildquelle: Frank Baranowski

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